Wenn die Idee einer Frau erst zählt, sobald ein Mann sie wiederholt

Ich habe kürzlich in einem Interview eine Frage gelesen, die auf den ersten Blick etwas schief klingt: Warum brauchen Frauen Unterstützung?
Meine Antwort wäre: Nicht, weil Frauen Unterstützung „brauchen“. Sondern weil viele berufliche Räume noch immer nicht so neutral sind, wie sie gern tun, sondern zutiefst patriarchalisch und abgrenzend geprägt sind.
Das Thema begegnet mir in Coachings sehr häufig. Frauen in Führung erleben Situationen, in denen sie fachlich stark sind, Verantwortung übernehmen und Gedanken einbringen – und trotzdem nicht selbstverständlich mit derselben Sichtbarkeit, Selbstverständlichkeit oder Deutungshoheit wahrgenommen werden wie manche Männer.
Ein typisches Beispiel ist das Meeting. Eine Frau bringt eine Idee ein. Sie wird kurz gehört, vielleicht freundlich übergangen. Wenig später greift ein Mann denselben Gedanken auf, formuliert ihn um – und plötzlich ist Bewegung im Raum. Die Idee wird anschlussfähig. Nur leider nicht mehr klar ihr zugeordnet. Und oft dem Mann zugeschrieben.
Das ist kein kleines Ärgernis. Es berührt Rolle, Wirkung, Selbstwert und die Frage: Wie bleibe ich handlungsfähig, ohne mich zu verbiegen? Ohne jetzt auch noch falsch wahrgenommen zu werden.
Genau dort setzt Coaching an. Nicht mit Standardsätzen aus dem „Durchsetzungsratgeber“, sondern mit genauer Arbeit am konkreten Fall: Was ist wirklich passiert? Was hat es ausgelöst? Welche Rolle habe ich in dieser Situation? Welche Wirkung möchte ich erzielen? Und welche Reaktion passt zu mir, zu meinem Kontext und zu meinem Ziel?
Manchmal entsteht daraus ein klarer Satz für das nächste Meeting. Manchmal geht es um den Aufbau von Verbündeten. Manchmal um bessere Vorbereitung auf heikle Gespräche. Manchmal um die innere Erlaubnis, den eigenen Wert nicht jedes Mal neu beweisen zu müssen. Und das ist Arbeit. Achtsame Arbeit.
Ähnlich ist es beim Thema Gehalt. Faire Bezahlung ist wichtig. Aber dahinter liegt oft die größere Arbeit: den eigenen Wert kennen, ihn vertreten können und die Muster erkennen, die einen bisher zurückhalten.
In meinem Coaching unterstütze ich Frauen, aber auch Führungskräfte insgesamt, dabei, solche Situationen zu sortieren, die eigene Rolle klarer einzunehmen und konkrete Handlungsoptionen zu entwickeln. Es geht um Reflexion, Wirkung, Kommunikation und Selbstorganisation – aber immer so, dass es im beruflichen Alltag wirklich tragfähig wird.
Nicht lauter werden um jeden Preis. Sondern klarer. Wirksamer. Und stimmiger in der eigenen Führung.
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Bester Gruß aus Hamburg
JPF
Coaching, Beratung und Ausbildung für Führungskräfte
Ich arbeite als Coach, Berater und Ausbilder für Führungskräfte – mit Blick auf Rollen, Wirkung, Kommunikation und Selbstorganisation. Dabei begleite ich Menschen in Führung, ihre Rolle klarer zu füllen, wirksamer zu kommunizieren und Veränderung bewusster zu gestalten. Zudem schreibe ich über Führung, Verantwortung, Demokratie, Vielfalt und Menschenrechte – Themen, die für mich eng mit guter Führung und gesellschaftlicher Haltung verbunden sind.
Wenn Sie Ihre Führung reflektieren, Ihre Wirkung stärken oder sich in einer Veränderungssituation besser sortieren möchten, freue ich mich auf das Gespräch mit Ihnen.
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